Donnerstag, 31. Januar 2019

Taboo (Taboo, 2017)

Liebes Tagenbuch, manchmal sind die Brocken doch zu groß...
Ich mag Tom Hardy. Ich mag auch einen Großteil seiner Filme ("Venom" noch nicht gesichtet). Nur als Geschichtenerzähler, als solcher kann er mich nach Sichtung seiner mit Papa erdachten und von Steven Knight (der Hardy ja schon "No Turning Back" für 80 Minuten am Steuer eines Autos abfilmte) verfasstern Rachegeschichte noch nicht so ganz überzeugen.
"Taboo" wäre gerne groß und komplex, würde seine Rachegeschichte vom heimgekehrten, totgeglaubten Sohn, der in der Fremde (hier Afrika) neue Fähigkeiten erlernt hat, die ihm nun erlauben, an seinen Gegnern grausame Vergeltung zu üben. Das die Rache nicht nur mit dem vermeintlichen Mord an seinem Vater, sondern auch seinem früheren Arbeitgeber, der "East India Trading Company" umfasst, (verkörpert durch den wie stets verlässlichen Jonathan Pryce) gibts noch on top, und ausßerdem, dem Serientitel muss ja auch noch Rechenschafft getragen werden, hatte Hardy's Figur Delany auch noch emotional wie sexuell mit seiner Halbschwester am Laufen. (naja, beim Anblick von Oona Chaplin kann ich ihm zumindest die eine oder andere schmutzige Fantasie nicht verdenken.)
Nur diese ganzen Pläne und Figuren scheinen Delaney irgendwie auf's Gemüt zu schlagen, den Hardy's Weigerung, an irgendeiner Stelle mal seinen Gesichtsausdruck zu wechseln, egal ob er gerade wütend ist, er erfährt das er eine Stiefmutter hat, die in seinem Alter ist, auf ihn geschossen wird, er einem Mann die Eingeweide hersusschneidet, er mit seiner Schwester endlich wieder den Beischlaf vollzieht, er sie in der nächsten Folge wieder verstößt, sie sich dafür in der letzten Folge das Leben nimmt, oder er anderer Stellee vor einer ausgeweideten Kinderleiche steht und nicht weiß, ob er selbst vom Wahn oder Alkohl umnebelt diesen mord verursacht hat... seinen stoischen, vom Tief in die Stirn gezogenen Zylinder Blick legt er nicht ab. Ein Sympathieträger sieht anders aus. Oder Identifkationsfigur. Mehr als einmal ist es schwierig nachzuvollziehen, warum man dieser Figutr folgen soll, die alles und jeden nur als Schachfigur missbraucht, und wohl über hellseherische Fähigkeiten verfügt. Woher weiß er von streng geheimen Friedensverhandlungen zwischen dem britischen Empire und den Amerikanern? Kann er wirklich mit seinen afrikanischen Beschwörungen seiner Schwester lustvolle Visionen zusenden?
Nicht falsch verstehen: man muss nicht alles erklären, etwas Mystery kann eigentlich nie Schaden, aber hier läuft jede Wendung, jeder Plotpoint zu dem man sich hinhangelt nach dem "Friss es oder Vergiss" es, so dass ich, wären es nicht nur 8 Folgen gewesen, schon früh den Stecker gezogen hätte.
so blieb mir nur mich an der wirklich tollen Ausstattung zu ergötzen, die mit ihrem grauen Look in Schmutz, Matsch und Dreck watet einfach toll aussieht. Auch habe ich an der Sprache (ich hab's auf Deutsch geschaut... O-Ton-Puristen mögen mir das Fegefeuer wünschen) sehr viel Freude. Doch leider wird mir außerhalb der tollen Optik keine echte Satisfaktion geboten.
Die Nebendarsteller bekommen durch Hardy's Omnipräsenz auch keine echten Chancen zu glänzen. Chaplin breits erwähnt, die außer die augen aufreissen nicht viel machen darf.
Schade, vor allem für mich als Fan ist daher das Verschwenden eines Talents wie Stephen Graham, der zumindest mit glattrasiertem Kopf und darauf drapiertem Tatoo optisch toll rüberkommt, allerdings nicht viel zu tun bekommt. Ähnlich wie Franka Potente als Puffmutter Helga von Hinten. (Wie auch sonst.)
"Taboo" möchte sich gerne in die immer noch anhaltende Serienhochzeit einreihen, ist dabei inhaltlich nur standardisiertes, austauschbares Ausstattungsfernsehen. Schade... so wird die 2. Staffel, sollte sie denn kommen, dem Überangebot an guten Serien wohl leider geopfert.

I, Tonya (I, tonya, 2017)

Liebes Tagebuch, heute mal ein Bio-Pic...
Die Erinnerung ist ein mieser Verräter.
Während des Genusses des auf jeder Ebene gelungenen Bio-Pics über die "Eishexe" Tonya Harding war ich der festen Überzeugung, diese sei am Ende der Ermittlungen der Schuld über ihre Teilhaberschaft an dem Attentat auf auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan überführt worden.
So hatte der Film für mich, der den zugrunde liegenden Vorfall 1994 ja doch über die damals verfügbaren Kanäle um die Ohren bekommen hat ja sogar noch so etwas wie einen Twist.
Den ich und auch der Film nicht zwingend gebraucht hätte. Inszenatorisch sind wird auf mittlerweile etablierten Bio-Pic-Standards. Zeitgenössische Musik, schnelle Schnitte, Fake-Doku-Aufnahmen, (die, wie man dem Abspann entnehmen kann, echten Fernsehinterviews nachgestellt sind.) sowie durchbrechen der 4. Wand... Das moderne 1x1 des lässt auch hier, getragen von guten Schauspielern (allen voran: Alison Jenney als Mamamonster LaVona Golden), keine Langeweile aufkommen und die 2 Stunden wie im Flug vergehen.
Zentrum des Filmes ist Margot Robbie bzw. Tonya Harding (der Filmtitel legt es nah), so dass aber die Rivalität zu Nancy Kerrigan aber am Ende nur bloße Behauptung bleibt, nicht etabliert wird.
Ok, sollen wir dem Film glauiben, dann war das Attentat ja auch eher nur eine Verkettung von ungünstigen Umständen, gepaart mit einem nicht zu unterschätzenden Anteil an Dummheit. und dazwischen eine Hauotfigur, die von alldem nichts gewusst haben. Man möchte ihr nicht glauben, zu sehr hat sich über die Jahre das Bild der bösen Konkurrentin in meinem Kopf gefestigt, was ich leider bei Konsum des Filmes nicht aus dem Kopf bekam. Der Film legt es auch gar nicht darauf an, Harding freizusprechen, Viel eher, und das vor allem durch Robbie's ' Szenen in den nachgestellten Doku-Aufnahmen, scheinen auch die Filmemacher erhebliche Zweifel an ihrer bisherigen Darstellung der Ereignisse zu haben. Denn trotz aller Misshandlungen, die sie in all den Jahren durch ihre Mutter und ihren (Ex-) Mann erlitten habe, fällt es schwer, ihr manchmal das Mitleid zuzusprechen, die solche Handlungen ihrer Umgebung eigentlich hervorrufen sollen. Doch fällt es schwer, denn sobald irgendwas schlechtes passiert, ist sie schnell dabei, jegliche Schuld von sich zu weisen und andere dafür verantwortlich zu machen.
Vielmerh bleibt mir auch nicht. Kurzweilig, gut gespielt und inszeniert (nur der CGI-Einsatz bei den Eisküren riss mich manchmal raus), böser Humor.... und wiedereinmal die Erkentniss das das Leben die besten Geschichten schreibt (und kein Drehbuchautor so gestörte Figuren schreiben kann, wie sie dort draußen wirklich rumlaaufen.)




Alice im Wunderland (Alice in Wonderland, 2010)

Liebes Tagebuch, heute weiß ich warum ich dich Karriere von Tim Burton in den letzten Jahren aus den augen verloren hab...
Auf dem Papier ist die Idee, eine weitere Verfilmung von Lewis Carroll's Kinderbuchklassikers "Alice in Wonderland" in Tim Burton's Hände zu geben nicht nur naheliegend, sondern geradzu alternativlos.
Seine Vorliebe für extravagante Setbauten macht es nicht schwer, sich vorzustellen der Regisseur seine Vorstellung des Wunderlandes auf die Leinwand zu bannen.
da sind wir aber schon am ersten Punkt, der meine Stirn runzeln lässt. Diese Optik, welche keiner so beherrscht wie er, die so exaltiert daherkommt und mich an die Jahrmarktatmosphäre der 20er und 30er Jahre erinnert, fürht bei mir mittlerweile zu starken Ermüdungserscheinungen. Bei "Beetlejuice", "Batman" (+ Fortstsetzung), "Edward mit den Scherenhänden" etc. wirkte das alles noch frisch, doch die letzten Jahre erreichte mich das vorab gezeigt in den Trailern und sonstiger Werbung so gar nicht mehr. Auch die Verpflichtung von Johnny Depp rief nicht mal mehr ein müdes Lächeln in mir hervor.
Nur "Big Fish"  löst in mir noch so etwas wie anhaltendes Interesse aus.
Nun, aber wo das Kind mit seinen 6 Jahren doch einen Narren an der "Grinsekatze" gefunden hat, kann man ja mal ruhigen Gewissens einen Blick riskieren. Im besten Fall findet man ja doch wieder Gefallen an der Vita (Im März kommt "Dumbo", und den will ich nach dem schönen Trailer dann doch sehen... und nirgendwo Johnny Depp)
Ich schick es vorweg: Gelungen ist es ihm nicht. Nachdem ich erstmal wieder schmerzhaft in den Augen feststellen durfte, das CGI-Effekte (meist) schneller und schlechter altern wie ihre handgemachhten Pendants. Die  dadurch entstehende Künstlichkeit wirkt dadurch nur noch übertriebener. Die realen Figuren stoßen zu sehr hervor, es entsteht der Eindruck sich in einem schwach getricksten Animationsfilm zu befinden, allerdings einem, dem jeglicher Charme verloren geht. (Sofern nach damaligen Sehgewohnheiten überhaupt vorhanden.)
Auch dramturgisch gleicht das ganze einer Nummernrevue, Eben Jahrmarktcharakter, dem leider eine inhaltliche Kohärent fehlt. Vielleichtw ar es nicht die treffsicherste Entscheidung, bereits Elemente der Fortsetzung "Through the looking Glass" in diesem Buch zu implementieren. Es wird wie in einen Topf geworfen, geschüttelt, ausgeschüttet und dann wieder wie aufgenommen zusammengesetzt.
Außerdem mag ich die Entscheidung nicht, moderne Zeiten hin oder her, Alice zu einer 20jährigen jungen widerspenstigen Frau umzugestalten, die im Finale schwertschwingend Drachenmonstern den Kopf abschlägt. alice ist stellvertretend für den Zuschauer genauso überfordet mit dem um sie herum entwickelnden Wahnsinn, keine im eigentlichen Sinn schon stark emazipierte Kämpferin.
Freie Interpretation hin oder her, für mich, wie auch für meine Kleine findet da keine Identifikation mit der Protagonistin statt. Oder man bennent den Film mal um.
Ich würde gerne etwas positives zum Film sagen, aber es ist ein seelenloses Kommerzmonster, am Reisbrett konzipiert, frei jeglichen Charmes. Inhaltslos. Glatt. und nicht mal wirklich schön.

(Zu den Burton Regular's Depp und Bonham-Carter kann und will ich nichts sagen. Ok.... die peinliche Tanzszene von Depp kann ich schwer ihm selbst anlasten. Die ist einfach nur peinlich.)

PS: Selbst meine Kleine hat nur bei der "Grinsekatze" ihren Spaß. Das sind immerhin 4 Minuten mehr als ich.
Schade um Tim Burton.

Sonntag, 27. Januar 2019

Strasse der Verdammnis (Damnation Alley, 1977)

Liebes Tagebuch, heute bekommt die Retrobrille einen Sprung.
"Das hatte ich aber anders in Erinnerung. Irgendwie, besser... zumindest handwerklich."
Mein erster Gedanke, nachdem ich nach knapp 30 Jahren zum ersten Mal wieder den Landmaster anschmiss um auf der "Straße der Verdamniss" doch arg ins schleudern zu geraten.
Die ersten 20 Minuten schenkten mir zwar noch das gleiche angsterfüllte und doch faszinierende Schauern, das mich damals als kleiner Steppke ereilte, als dort mit einer einem Uhrwerk gleichenden Präzision der bevorstehende (und dann auch eintretende) nukleare Holocaust über das Land fegt. 
Auf einem Rakentenabwehrstützpunkt befinden sich die beiden Hauptprotagonisten des Films (die späteren TV-Stars Jan-Michael "Airwolf" Vincent und George "A-Team - Hannibal" Peppard) auf dem Weg zu ihrem Schichtbeginn in ihrem Raketensilo. Es scheint ein normaler Arbeitstag zu sein, man scherzt, schüttet sich Kaffee ein, ein paar Diversitätetn der unterschiedlichen Hauptprotagonisten werden ausgetauscht, als auf dem Überwachunsgschirm von irgendwoher eine nicht gerade kleine Anzahl von Atomraketen ihren Weg Richtung Vereinigte Staaten antretetn. Mit militärischer Przision und ohen jede echte Anteilnahme darüber das gerade das vermeintliche Ende der Welt eingeleitet wurde, werden die Abwehrrakteten auf ihren Weg geschickt. 40 % der Bedrohung können abgefangen werden, doch die restlichen 60 Prozent zerstören große Teile der USA, während der von Vincent verkörperte Tanner sich eine Zigartte ansteckt. 
Danach Archivaufnahmen diverser Atompilze dun Texttafeln, die uns darüber informieren, das die Welt aus der Achse gehoben wurde, dadurch das Wetter starke Kapriolen im Zusammenhang mit radiokativem Niederschlag mixt und wir uns nun 2 Jahre nach der Apocalypse mit dem Rest der Militärbasis auseinadersetzen dürfen.
Bis dahin packte mich der Film wieder. Präzise, ohne Ablenkung, kein Musik, im aus heutiger Sicht etwas befremdlichen, aber irgendwie eigentümlichen 70er Look schuat man fasziniert ob der Teilnahmungslosigkeit der Protagonisten über das gerade über sie hereingebrochene zu.
Doch dann (nach einem mehr als ungelenk eingeführten Kniff, um die Militärbasis weiter zu dezimieren) betritt der eigentliche Hauptdarsteller das Plateu und das Unheil nimmt leider seinen Lauf. Der "Landmaster", nach diversen Internetquellen das mit 300.000 Dollar teure Edelgefährt mit rotierenden Reifen und Raketenabwehr und Schwimmfähigkeit, lädt mit den restlichen Darstellern zur Reise durch das verwüstete Episodenland in dessen Verlauf ein paar Mitstreiter verloren gehen, dafür aber neue gefnden werden, 
Man kämpft gegen (leider lächerlich, da hilft auch die Entschuldigung der damaligen Tricktechnik nicht) in den Film einkopierte Riesenskorpione, freßwütige Kakerlaken wurden wohl auf Klebebänder drapiert und über den Boden gezogen (sieht leider nicht halb so lustig aus, wie es klingt), muss man sich gegen marodierende Horden (ganze 4 böse Buben) zur Wehr setzen und das "Landmaster"-Model, welches vermutlich im Nachgang als Spielzeug-Merchandise in die Kaufhäuser kommen sollte, darf auch noch mal seine Fähigkeiten im Wasser beweisen. 
Dafür bleiben ca. 60 Minuten, die nacheinander wie auf einer To-Do-Liste abgehandelt werden, so das keine der vorherigen Episoden gesteigerten Einfluss auf die nächste hat. Einer der wenigen Nebencharaktere segnet das Zeitliche? ist wahrllich in der nächsten Minute keine weitere Erwwähnung wert. Die beiden Hauptcharaktere können sich wegen unterschiedlicher Auffassung nicht leiden? Sie arbeiten trotzdem ganz gut zusammen,eine Konfliktlösung ist nicht von Nöten. (Meine Theorie lautet aber, das der film mal als großes langes Epos gedacht war, aber am Ende ist dann doch sehr iel auf dem boden des Schneideraumes gelandet. Zu Stückhaft wirkt die Dramarturgie, zu ziellos werden Fässer geöffnet und nicht mehr vertieft, als das da nicht mehr gedreht (oder zumindest im Drehbuch verankert) sein muss.) 
Und das in der Film dann plötzlich fertig. Einfach so... Schluss. (Die schöne Motorradfahrt durch das von den Bomben und der Verwüstung offenbar komplett verschonte Alberny lässt leider den bis dahin eigentlich ordentlichen Jerry-Goldsmith-Score (was vermisse ich diesen Mann und seine Arbeit) zusammen mit dem Film in sich zusammenbrechen.
Man könnte jetzt eigentlich mit geänderten Sehgewohnheiten argumentieren, und eigentlich bin ich mit solchen Filmen auch recht gnädig, da ihre eigene "campy-"ness ja gerade den Charme ausmachen, doch wenn man sich dann leider etwas in die Materie einliest, fällt es mir schwer, dies dem film dann doch zugute zu halten. Im selben Jahr entstanden wie die kleine Sci-Fi-Produktion eines gewissen George Lucas, dafür aber mit einem etwa um 10 Millionen höhrem Budget augestattet, ist die technische Ausführung nicht nur antiquiert, sie sind schlicht "Scheiße".
Die einkopierten Skorpione sahen 20 Jahre vorher in der Hochzeit des Tierhorrors ("Formicula", "Tarantula") nicht schlechter aus, das jedem Bild zugefügte "Matte-Paining" um die Wetterumschwünge mögen zwar arbeitsaufwendig sein, Aber selbst damals muss das doch schon sehr durchschaubar gewirkt haben. Gut aussehen tut es auch heute immer noch nicht.

Ne... da hat meine Retrobrille einen weiteren Steinschlag zu verkraften. 
Aber er gibt guten Remake-Stoff ab. Eine 10-teilige Miniserie... ich wär dabei und würde den Landmaster nochmal besteigen....

Samstag, 26. Januar 2019

Mission: Impossible - Fallout (Mission: Impossible - Fallout, 2018)

Liebes Tagebuch, heute mal die Tom-Cruise-Soloshow...
Das Mission-Impossible mal in 23 Jahren auf 6 Teile kommen würde hatte ich 1995 beim Kinobesuch im örtlichen, leider mittlerweile dem Erdboden gleichgemachten Stammkino nicht gedacht.
Damals ging ich eigentlich von einer künstlerichen Bankrotterklärung aus, da ich Bran De Palma eigentlich eher als Mann für optisch berauschende Psychothriller hielt (oder auch mal nur elegant wie in "The Untouchables). Großes Blockbusterkino hab ich ihm da nicht zugetraut. Aber scheinbar waren viele mit dem zufrieden was dort geboten wurde, der Film war ein finanzieller Megaerfolg.
Teil 2 holte dann John Woo an Bord, der seine liebe Müh' damit hatte, die im Vorfeld konzipierten Actionszenen mit dem mit der heißen Nadel gestrickten Drehbuch zu verknüpfen. Erfolgreich war auch dieser.
Teil 3 ging dann etwas unter, bzw. war aufgrund der Persona Tom Cruise und seinen Liebesbekundungen zur damaligen Herzdame eher mit schlechter Presse bedacht, die eine finanzielle Enttäuschung nach sich zog. Andereseits ist seitdem Regisseur J.J. Abrams fest im Franchise verankert und betreut die Serie seitdem als Produzent. (Was sich vor allem optisch nicht von der Hand weisen lässt)
Teil 4 von Brad Bird ("Die Unglaublichen") brachte die Serie auf Erfolgsspur, Teil 5 hatte dann mit Tom-Cruise-Regular Christopher McQuarrie dessen "Jack Reacher"-Regissuer mit der Leitung beauftragt, der dann auch wieder (kommerziell) ablieferte, und das sogar so erfolgreich, das er auch den nun auf Blue-Ray wieder gesichteten 6. Teil "Fallout" inszenieren durfte, der sogar als direkte Fortsetzung zum 5. Teil dient.
Eigentlich schon erstaunlich, wenn man bedenkt, das in Teil 4 Jeremy Renner als Nachfolger von Cruise implementiert wurde, aber nun, nach seiner unterrepräsentierten Rolle in Teil 5 ohne Erklärung wieder aus dem Team entfernt wurde.
Was Cruise dazu nutzt, nun (wie eigentlich bereits gewohnt) wieder vollen Körpereinsatz zu zeigen, und seinen 57 Jahre Körper durch alle möglichen Kämpfe, Verfolgungsjagden (ob zu Fuß, im PKw, mit dem Motorrad und mit dem Hubschrauber) zu wuchten. Alles ohne Netzn und doppelten Boden, dafür mit oder besser (fast?) ohne Einsatz von Stunddoubles und CGI-Effekten. (ich sagte ja, fast)
Mir als Zuschauer wird damit nach langer Zeit und unglaublicher Ermüdung am visuellen Overkill endlich mal wieder handfestes, greifbares Spektakel geboten. Ich kann gar nicht genug wertschätzen, wie angenehm es sich anfühlt udn ausschaut, echte Autos ineinanderkrachen zusehen, echte Menschen sich durch Spiegel schmeißen zu sehen und echte Hubschrauber durch die Luft rasen zu sehen. (ganz zu schweigen von dem genialen Effekt wie Henry Cavill seinen Bizeps auflädt.)
Da einem bei den ganzen Radau die Augen übergehen, fällt irgendwie gar nicht so wirkloch auf, das irgendwie schon zum 6 mal die selbe Geschichte erzählt wird. Wieder einmal eine weltweite Bedrohung (diesmal nukleare Sprengköpfe, nach tödlichen Viren und die "Weltordnung ändernden" Agentengeheimdiesntorden) die es zu verhindern gilt. Darunter macht es ein Ethan Hunt ja nicht mehr.
Das die Story nicht komplett im Getöse untergeht verdankt sie hier wieder einem  ausgesucht gutem Suppportcast, der die mittlweile zum Inventar gehörenden Simon Pegg (dessen rolle von mal zu mal größer wird, ohne jetzt an Vielschichtigkeit zuzulegen (und dies auch nicht zu müssen.,..)) und Ving Rhames (neben Cruise der Einzige der jeden Teil der Reihe mit seiner Anwesenheit ehrt) eine wieder in allen Belangen überzeugende Rebecca Ferguson (leider diesmal keine Szene für die enzündeten Männeraugen) und einem Henry Cavill, der in dem tollen Toilettenfight mehr Durchschlagskraft zeigen kann als in allen drei "Superman-Auftritten" zusammen. (Außerdem steht ihm der 80er-Schnauzer erstaunlich gut.)
Aber am meisten zum Gelingen der Chose trägt meiner Meinung nach Regisseur dun Drehbuchautor McQQuarrie bei. Fand ich seinen ruhigen, bedächtigen (im positiven Sinne altmodischen Inszenierungstil) bei "Jack Reacher" schon sehr stimmungsvoll (im Debut, dem letztendlich gelungenen "Way of the gun" war  dieser noch nicht endgültig ausgereift), gelingt es ihm nun dies in das große spektakel zu integrieren. Er beweist, das die Kamera auch nah dran sein kann, ohne das es zu verwackelt wird, aber auch das ruhiger Szenenaufbau dem Tempo nicht im Weg stehen muss.
Daher ist es zu begrüssen, das er nun wohl für 2 weitere Filme der Reihe unterschrieben hat, auch wenn man sich damit von der ursprünglichen Idee, jeden Teil von einem anderen Regisseur zu drehen verabschiedet hat.
Was solls, trotz der überaus langen Laufzeit immer mal wieder seinen Weg in den Player finden... und das ist im heutigen Zeitalter des Überangebotes auch schonmal was.

Sonntag, 20. Januar 2019

Black Panther (Black Panther, 2017)

Liebes Tagebuch, jetzt sind wir mal bei den Marvelhelden...
...und zwar zu einem, zumindest meiner Warnehmung nach in seiner Darstellung im MCU etwas unbeständigen Eindruck hinterlassenden.
Seinen ersten Auftritt hatte er ja schon als von Rache beseelter Kronprinz von Wakanda in von den Russo's inszenierten dritten "Captain America" - Streifen "Civil War". Und dort hinterließ er bei mir aufgrund seines zielstrebiegen, zupackenden Auftretens mit wie ohne Kostüm einen durchaus bleibenden Eindruck.

Das kann ich über den vorliegenden Soloauftritt dann leider nicht mehr sagen. Was es für mich den unglaublichen finanziellen Erfolg des filmes noch unverständlicher macht. Und das Einreichen zu den Oscars als "bester Film" ist vollkommen...sorry... Banane.

Das hat mehrer Gründe. Zum Beipiel die miesen Effekte, die ihren Höhepunkt in schlechten CGI-Nashörnern und einem miserabel animierten Schlusskampf finden. Man fühlt sich unangenehm an die ersten CGI-Kampf-Gehversuche in "Blade 2" erinnert, welche im direkten Vergleich in meinen Augen sogar immer noch besser aussehen als das hier dargebotene. (Außerdem war Blade der erste verfilmte schwarze Superheld...so)
Das geht weiter in einer Verschwendung von guten Charakteren. Andy Serkis als Ulysses Claws ist eine Schau, und hat sichtlich Spaß an seiner Darbietung, ohne dafür in peinliche Overacting zu verfallen. Auch Michael B. Jordan performt außerodentlich gut, und überzeugt auch physich. Doch die unglückliche Struktur, quasi jedem der beiden eine Hälfte des Films zu geben, werden ihre vorhandenen Potentiale kaum bis gar nicht genutzt. Serkis ist zu früh raus, Jordan kommt zu spät im Film an. Daher fält der Film auch in zwei Hälften. die jeweils ihre Stärken haben, diese aber unglücklich über den Film verteilen.
Hier seien die Action-Set-Pieces genannt. Ist der erste Ritualkampf lediglich nette Routine, ist der zweite deutlich intensiver, packender und sauberer choreographiert. Die Konfrontation in Korea beginnt mit netten Nahkämpfen, endet dann aber aber in einer nur teilweise überzeugenden Verfolgungsjagd mit ein paar sauberen Stunts und ein paar durchwachsenen CGI-Kapriolen. (und ich dachte ferngesteuerte Autos hätten sich seit der Pierce-Bosnan-James-Bond-Ära erledigt).

Aktuelle politische Anspielungen wirken mit der heißen Nadel eingestrickt, haben dann auf den eigentlichen Ausgang des films keinerlei Auswirkungen. Schließlich geht es zum Ende hin ja dann doch "nur" um eine Variante des verlorenen, von Frust zerfressenen Sohn aus Wakanda. Der Konflikt ist eher klein, und wird dem politischen Überbau am Ende nicht wirklich tangiert.

Und doch... am Ende ist es ein typischer Marvel. Und selbst die schwachen lassen einen zum Schluss nicht vollkommen enttäuscht zurück. Es geht einigermaßen rasant vonstatten, ist durchaus passend besetzt (Angela Bassett und Forest Withaker als Edel-Support), wirkt im Gesamtkonstrukt des MCU schlüssig eingefügt und tut dann doch nicht wirklich weh.
Bessere Effekte, 15 Minuten kürzer, und ich hätte den Eintrag auch um die Hälfte kürzen können...




Samstag, 19. Januar 2019

Boardwalk Empire - Staffel 5 (Boardwalk Empire - Season 5, 2014)

Liebes Tagebuch, uns erwarten die letzten Tage in Atlantic City.
Nach der in meinen Augen fulminanten 4. Staffel bin ich von meinem typischen Verhalten, nach Beendigung einer Staffel erstaml auf eine andere Serie für eine Staffel umzusteigen abgewichen (das hatte zuvor nur "Breaking Bad" geschafft) und hab die 5. Staffel gleich hinterhergeworfen.
6 Jahre nach den Ereignissen der letzten Staffel ist diese angesiedelt, was mir den Einstieg  erschwert hat.
Zu Beginn sieht alles sehr neu aus. Ich musste mich wirklich erstmal vergewissern ob es einen Wechsel im Kreativteam gab, denn man könnte es fast als Stilbruch bezeichnen. Sogar so etwas wie Filmscor war im Hintergrund zu hören. Nach vier Staffeln ohne jegliche Hintergrundbeschallung (außer manch zeitgenössischem Stück) wirkte dies fast anchronistisch.
Dazu dann die Rückblenden in "Nucky's" (Steve Buscemi) Kinder- und Jugendzeit, welche doch sehr viel Zeit eingenommen haben, und mich zu Beginn so gar nicht gezogen haben, trotz dem gewohnten hohen Niveau in Sachen Ausstattung, Szenenbild und Schauspielerei. (besonders Marc Pickering als "mittelalter" Enoch Thompson ist in seiner Nachahmung der Gesichtszüge und Gestik von Buscemi sehr treffend besetzt), Doch nach ein paar Folgen, wenn man mitbekommt, worauf das ganze, vor allem in Verbidnung mit der Haupthandlung hinaus laufen wird, kann man sich in gewohnter Manier in die toll gestaltete Welt der Mafiosis fallen lassen.
Allerdings lässt einen das Gefühl nicht los, das zu manch einem Charakter nicht mehr viel eingefallen ist. Jeffrey Wrights Auftritte Beschränken sich, trotz seiner Wichtigkeit in der 4. Staffel auf wenige kleine Auftritte (die zugegebenermaßen dann doch auch große Auswirkungen auf das Wirken anderer Hauptcharaktere haben), Kelly MacDonald's Margaret schaut auch nur hin und wieder mal rein (das ich darüber nicht so traurg bin liegt nicht an der Schauspielerei, sondern an ihrer Rolle, welche seit Staffel in meiner Meinung immer zu sehr zwischen Bauernschlau und Ängstlich hin und her pendelt.) Doch Wenn man bednekt, welche wichtigkeit ihrer Figur noch zu Beginn beigemessen wird, ist ihr Ausscheiden dann entsprechend klein skaliert.
Dafür bekommen die anderen der ersten Stunde, Michael K. Williams als"Chalky" White,Michael Shannon als ehemaliger Prohibitionsagent Van Alden und Paul Sparks als ständig über seine eigenen Scherze lachender Mickey Doyle ihre großen Momente. (Shea Wigham und Gretchen Mol fallen da auch nicht sonderlich negativ auf.)
Und die kommen sehr geballt, denn mit gerade einmal 8 Folgen, die, wie bereits erwähnt, diesmal auch mit den Rückblenden gefüllt werden, wirken die ganzen Vorgänge etwas gehetzt, Der "Krieg der Castallammare", die Gründung des "National Crime Syndicate", das Ende der Prohibition, das alles in 8 Folgen, was im direkten Vergleich zu den vorherigen Staffeln für ein geradezu schwindelerregendes Tempo sorgt. Dabei kommt auch wieder eine andere Stärke der Serie zum Vorschein, udn zwar wie reale historische Ereignisse mit den fiktiven Figuten aus dem BE-Universum verbunden werden. Zum Beispiel wie die Steuerbehörde an die Wirtschaftsbücher von Al Capone kommt oder der Mord an Mafiapaten Maranzano bei dem plötzlich ein Eli Thompson mit von der Partie ist.
Und doch gelingt es, in der letzten Folge wieder zu entschleunigen wird und ein rundes, zufriedenstellendes Ende zu präsentieren.

Abschließend waren das 56 edel ausgestattate Folgen, mit tollen Darstellern, die genau im richtigen Moment (auch wenn bei der Masse an Handlung in der letzten Staffel vielleicht 10 Folgen nicht ganz verkehrt gewesen wären) ihr rundes Finale fand.
Wahrscheinlich muss ich jetzt doch nochmal die ""Sopranos" nachschieben....